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Heizung modernisieren

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Fußbodenheizung im Bad

Bild: Thermometer (Fußbodenheizung)
23 Grad gelten als Ideal-Temperatur im Bad | © Monoar / pixabay.com CC0

Der vermutlich offensichtlichste Unterschied zwischen einer Fußbodenheizung und den herkömmlichen Heizkörpern liegt in der Optik: Sie sehen keine Heizkörper. Einen weiteren Unterschied werden Sie schnell spüren: Der Boden ist beheizt und erwärmt Ihre Füße.

Im Neubau gehört die Fußbodenheizung heutzutage zum Einbaustandard. Die Heizung wird direkt im Rohbau auf dem Beton ausgelegt, gedämmt und abschließend im Estrich verbaut. Die Anschaffungskosten sind vergleichbar mit herkömmlichen Heizkörpern, bei einer Fußbodenheizung entfällt sogar eine regelmäßige Reinigung. Heizleitungen aus Kunststoff können 40 bis 50 Jahre im Einsatz sein, bevor die Leitungen ausgetauscht werden müssen.

Ein weiterer Vorteil einer Fußbodenheizung ist die geringe Vorlauftemperatur. Bereits mit 30 bis 35 Grad kann die Heizung das gesamte Badezimmer beheizen - herkömmliche Radial-Heizkörper benötigen für die selbe Wärme eine Vorlauftemperatur zwischen 50 und 60 Grad. Zusätzlich wird die Wärme gleichmäßig über den Boden nach oben verteilt und es kommt nicht wie bei klassischen Heizkörpern nur zu einer partiellen Luftbewegung.

Bild: Tipps für Ihr Badezimmer

Besonders im Neubau ist eine Fußbodenheizung im Badezimmer eigentlich ein "no brainer" - da muss man also nicht lange überlegen. Bei einer Sanierung kommt es eher darauf an, wie wichtig Ihnen die ganze Angelegenheit ist. Falsch machen Sie mit dem Einbau jedenfalls nichts, solange Sie keine elektrische Fußbodenheizung nutzen.

Varianten, Vorteile und Nachteile

Bild: Warme Füße (Barfuß im Badezimmer)
Warme Füße im Bad dank Fußbodenheizung | © StockSnap / pixabay.com CC0

Bei Fußbodenheizungen im Badezimmer sind zwei Dinge besonders wichtig: Verlegeart und Einbau. Die benötigten Heizungsrohre werden entweder mäanderförmig oder spiralförmig ausgelegt - beide Varianten haben spezielle Einsatzbereiche.

Eine mäanderförmige Verlegung der Rohrleitungen sorgt für eine tendenziell eher ungleiche Oberflächentemperatur und ermöglicht eine Einteilung in verschiedene Raumzonen. Bei einer spiralförmigen Heizleitung verteilt sich die Oberflächentemperatur gleichmäßig.

Entscheiden Sie sich für ein Nass-System, dann wird die Fußbodenheizung direkt im Estrich verlegt. Das System wird später mit erwärmtem Heizungswasser aus der Zentralheizung versorgt. Die fertige Fußbodenheizung wird abschließend mit Fliesen oder anderen Materialien überdeckt. Diese Variante ist gut für einen Neubau geeignet. Möchten Sie eine Fußbodenheizung im Nachhinein installieren, dann ist der Einbau eines Nass-Systems allerdings mit einem hohen Aufwand verbunden.

Ein Trocken-System wird direkt unter dem Bodenbelag befestigt und nicht im Estrich integriert. Dank der niedrigen Aufbau-Höhe ist diese Variante besonders bei Modernisierungsmaßnahmen sehr beliebt. Zusätzlich kann eine Fußbodenheizung im Trocken-System bereits nach dem Einbau direkt betreten werden - bei einem Nass-System müssen Sie sich gedulden, bis der Estrich ausgehärtet ist. Alternativ besteht auch die Möglichkeit einer elektrischen Fußbodenheizung, welche im Betrieb aber sehr teuer ist.

Fußbodenheizung Vorteile Nachteile
Trockenbau-System Niedrige Einbauhöhe und geringe Gewichtsbelastung Niedrige Wärmeleitfähigkeit verursacht verhältnismäßig hohe Vorlaufzeit
Aushärtezeit vom Estrich entfällt und beschleunigt den Einbau Im Erdgeschoss ohne Keller wird eine zusätzliche Dämmschicht notwendig
Revisionsklappen erleichtern Wartungsarbeiten und ermöglichen einen nachträglichen Zugriff auf die Rohre Benötigt einen ebenen Untergrund, damit die Fliesen nicht im Nachhinein springen
Nass-System Keine weiteren Heizkörper im Badezimmer notwendig Geringe Betriebskosten
Umweltfreundlich und mit Niedrig-Heizsystemen kombinierbar (z. B. Wärmepumpe, Solarkollektoren) Nachrüstungen, Sanierungen und Reparaturen problematisch
Geringe Staubaufwirbelung - großer Vorteil für Menschen mit Hausstauballergie Lange Aushärtezeit Estrich (15 - 30 Tage)
Elektrische Fußbodenheizung Einfache Installation und unkomplizierte Wartung Hohe Betriebskosten
Keine Wasserschäden möglich, da mit Strom betrieben Kann nur bedingt die fehlenden Heizkörper ersetzen und ist somit nur beschränkt für die Beheizung des gesamten Raumes geeignet
Gut geeignet für Kurzzeiteinsätze Heizleistungen über 2 Kilowatt müssen beim Energieanbieter angemeldet werden

Herkömmliche Fußbodenheizung

Eine herkömmliche Fußbodenheizung wird mit Wasser aus der Zentralheizung betrieben. Das erwärmte Heizungswasser durchströmt die verlegten Leitungen und erwärmt in Form von Strahlungswärme das Badezimmer. Dabei sollte eine Oberflächentemperatur von 35 Grad nicht überschritten werden und eine Temperatur von 20 Grad gilt als Minimalwert.

Im Vergleich zu einer elektrischen Fußbodenheizung sind die Anschaffungs-Kosten deutlich höher, während der laufende Betrieb geringere Kosten verursacht. Eine Fußbodenheizung im Nass-System kommt vor allem in Neubau zum Einsatz und lässt sich individuell an das Badezimmer anpassen. Diese Methode besitzt eine lange Haltbarkeit, kann allerdings auch nur durch umfassende Maßnahmen restauriert oder saniert werden. Der Einbau ist prinzipiell in Eigenregie möglich, sollte allerdings von einer Fachkraft betreut und ausgeführt werden.

Elektrische Fußbodenheizung

Bild: Steckdose (Elektrik im Badezimmer)
Elektro-Fußbodenheizungen werden direkt ans Stromnetz angeschlossen | © annca / pixabay.com CC0

Eine elektrische Fußbodenheizung lässt sich verhältnismäßig leicht auslegen und wird direkt unter dem Fußboden verbaut. Mit etwas handwerklichem Geschick schaffen Sie den Einbau in Eigenregie und so entstehen keine weiteren Kosten für eine Fachkraft.

Die Elektro-Fußbodenheizung hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Im laufenden Betrieb entstehen hohe Kosten. Die Fußbodenheizung wird in Form von Heiz-Matten verlegt. Im Vergleich zur Warmwasser-Fußbodenheizung ist die Vorlaufzeit einer elektrischen Fußbodenheizung kürzer und die benötigte Wärme wird schneller zur Verfügung gestellt als bei anderen Heiz-Varianten.

Allerdings kann man nicht oft genug darauf hinweisen, dass die Stromkosten mit etwa 30 Cent pro Kilowattstunde deutlich teurer sind als die Kosten für Öl, Gas oder andere Brennstoffe. Die günstigen Anschaffungskosten der elektrischen Fußbodenheizung relativieren sich also bereits nach einer relativ kurzen Laufzeit.

Kosten für eine Fußbodenheizung im Bad

Bild: Drehstromzähler (Heiz-Kosten im Badezimmer)
Beachten Sie die laufenden Betriebskosten | © Projekt_Kaffeebart / pixabay.com CC0

Die Kosten für eine Fußbodenheizung stehen in Abhängigkeit von der gewählten Variante (nass / trocken / elektrisch) und der Raumgröße. Die Kosten für ein Nass-System mit Fußbodenheizung liegen etwa bei 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter, Trocken-Systeme sind mit 35 bis 70 Euro pro Quadratmeter etwas kostengünstiger.

Elektrische Fußbodenheizungen sind bereits ab 15 Euro pro Quadratmeter erhältlich, allerdings im laufenden Betrieb deutlich teurer. Wird eine Fußbodenheizung an die Zentralheizung angeschlossen, dann entstehen laufende Kosten in Abhängigkeit von der Energiequelle. Herkömmlich ist der Betrieb mit Heiz-Öl, Gas, Pellets oder Strom. Dabei weichen die laufenden Betriebskosten stellenweise deutlich voneinander ab.

Fußbodenheizung Kosten Neubau (mit Einbau) Kosten Sanierung (mit Einbau)
Nass-System 40 - 80 € pro m² 60 - 100 € pro m²
Trockenbau-System 35 - 70 € pro m² 50 - 80 € pro m²
elektrische Fußbodenheizung 15 - 40 € pro m² 20 - 50 € pro m²
Bonus: Sanierungsmaßnahmen (Demontage alter Boden, Estrich und Heizkörper) x 20 - 40 € pro m²

Fußbodenheizung nachträglich installieren

Die elektrische Fußbodenheizung punktet im Bereich der nachträglichen Einbauten. Die Heizung wird einfach unter dem vorhanden Fußboden verlegt und der Estrich im Regelfall nicht beschädigt. Falls Ihnen die Demontage des alten Bodenbelags ohne große Schäden gelungen ist, dann können Sie sogar den alten Bodenbelag wiederverwenden. Anschließend wird die Heizung an das Stromnetz angeschlossen und kann sofort genutzt werden. Aber Achtung: Es entstehen hohe Kosten im Dauerbetrieb!

Bei Sanierungs- und Modernisierungs-Maßnahmen werden neben den Material- und Aufwands-Kosten weitere Kosten für die Demontage und Entsorgung des alten Bodens unumgänglich. Das gilt im Besonderen für Nass-Systeme. Rechnen Sie bei einem Einbau im Nachhinein also mit zusätzlichen 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter für die benötigten Vorarbeiten.

Mit oder ohne Heizkörper nutzen?

Bild: Röhren-Heizkörper (Badezimmer-Heizung)
Mit oder ohne Heizkörper? | © rkit / pixabay.com CC0

Die Heizleistung und erzeugte Wärme der Fußbodenheizung reicht grundsätzlich aus, um das gesamte Badezimmer zu erwärmen. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Heizkörper, welcher mit Konvektionswärme arbeitet, erwärmt die Fußbodenheizung über Strahlungswärme das Badezimmer.

Das merken Sie im Besonderen daran, dass ein Radial-Heizkörper beim Verstellen der Temperatur sofort warm wird, wohingegen bei einer Fußbodenheizung ein schnelles Aufheizen nur bedingt möglich ist. Dafür ist die Nutzung einer Fußbodenheizung in der Regel aber deutlich energieeffizienter.

Unabhängig von der Heizleistung stehen Sie in einem Badezimmer ohne Heizkörper allerdings vor einem funktionellen Problem: Es fehlt die Möglichkeit, Handtücher und andere Badezimmer-Textilien anständig zu trocknen. Mit einem Heizkörper hingegen können Sie nasse Textilien einfach auf den Heizkörper legen und den Trockenprozess beschleunigen. Dementsprechend wird eine Fußbodenheizung vielfach mit dem Einbau einer Handtuchheizung ergänzt.

Fußbodenheizung reparieren lassen

Bild: Fliesenleger im Badezimmer (Neue Fliesen)
Holen Sie sich bei einer Reparatur Hilfe! | © stux / pixabay.com CC0

Ein Defekt der Fußbodenheizung kann viele Ursachen haben. Wenn Sie den Fehler lokalisieren können, dann ist eine Reparatur gar nicht so schwer wie man denkt. Dabei wird der Boden an der fehlerhaften Stelle aufgestemmt, die Heizungs-Leitung abgetrennt und das undichte Rohr durch ein neues ersetzt.

Die Heiz-Rohre werden anschließend mit Heiz-Estrich wieder verschlossen und mit dem gewünschten Bodenbelag abgedeckt. Vom Fehler ist nach der Reparatur nicht mehr viel zu sehen. Fehlt es Ihnen an Heizleistung, dann kann der Fehler auch bei den Rohren liegen. Ein Verstopfen, sogenanntes Abschlammen, der Rohre führt zu einem zu hohen Druck in der Leitung und kann zur Ursache vieler Schäden werden.

Ein Ausspülen der Rohre von einer Heizungs-Fachkraft hilft dabei, die Verstopfung wieder zu lösen. Selbst Fehler im Estrich, die aus falscher Verarbeitung und Inbetriebnahme entstanden sind, können mit einem speziellen Harz verschlossen werden. Weitere Probleme und mögliche Ursachen entnehmen Sie gerne der folgenden Tabelle.

Problem Mögliche Ursache Lösung Kosten (Fachkraft)
Der Fußbodenheizung fehlt Wasser Undichter Verteiler Neuer Heizkreisverteiler- und Regeltechnik 100 - 500 €
Die Fußbodenheizung verliert Wasser Leck in Rohrleitung Fehler kann mit Thermografie oder Feuchtemesser gefunden und ausgebessert werden (z. B. Dichtmittel in Leitung) 100 - 300 €
Loch in der Fußbodenheizung Unsachgemäße Bohrungen oder Installation Estrich aufstemmen und anschließend wieder fachgerecht verschließen 20 - 40 € pro m²
Abschlammen der Fußbodenheizung Rohre sind nicht luftdicht, Sauerstoff dringt ein und führt zu Korrosion Verwenden von diffusionsdichten Rohren (Neubau) oder Austauschen / Durchspülen der alten Heizrohre (Sanierung) 50 - 150 €
Risse im Estrich Estrich ist zu früh beheizt worden oder es wurde sich nicht ans Aufheizprotokoll gehalten Vereinzelt können die Schäden mit Harz ausgebessert werden, größere Schäden können allerdings nur durch einen Neubau behoben werden 10 - 30 € pro m²
Die Fußbodenheizung heizt nicht mehr Druck fehlt im Verteilernetz oder Regeleinheiten und Ventile undicht Heizungswasser nachfüllen, Spülung der Leitungen von einer Fachkraft oder Entkoppeln der betroffenen Heizkreise 250 - 750 €